Wenn das Pferd Pause macht: Passen Sie die Fütterung dem Aktivitätsniveau an

Wenn das Pferd Pause macht: Passen Sie die Fütterung dem Aktivitätsniveau an

Wenn das Pferd eine Trainingspause einlegt, verändern sich seine Bedürfnisse deutlich. Es verbraucht weniger Energie, benötigt aber weiterhin Nährstoffe, um Muskeln, Organe und ein gesundes Verdauungssystem zu erhalten. Viele Pferdehalter vergessen, die Fütterung anzupassen, wenn das Arbeitspensum sinkt – mit Folgen wie Übergewicht, Unruhe oder Stoffwechselproblemen. Hier erfahren Sie, wie Sie den Futterplan an das Aktivitätsniveau Ihres Pferdes anpassen können.
Warum eine Anpassung wichtig ist
Ein Pferd im Training verbrennt deutlich mehr Energie als eines, das nur auf der Weide steht. Wenn die Fütterung unverändert bleibt, obwohl die Bewegung reduziert wird, nimmt das Pferd schnell zu. Übergewicht kann zu Stoffwechselstörungen, Gelenkproblemen und einem erhöhten Risiko für Hufrehe führen.
Doch auch das andere Extrem ist problematisch: Wird zu stark reduziert, fehlen wichtige Nährstoffe. Das Verdauungssystem des Pferdes ist auf eine kontinuierliche Aufnahme von Raufutter angewiesen – lange Fresspausen können zu Magenproblemen führen.
Aktivitätsniveau richtig einschätzen
Bevor Sie die Futterration verändern, sollten Sie das aktuelle Bewegungsniveau Ihres Pferdes realistisch einschätzen. Dabei helfen drei grobe Kategorien:
- Komplette Pause: Das Pferd wird nicht geritten und steht überwiegend in der Box oder auf einer kleinen Koppel.
- Leichte Bewegung: Das Pferd verbringt viel Zeit auf der Weide, wird eventuell im Schritt geführt oder leicht geritten.
- Wiedereinstieg ins Training: Das Pferd wird langsam wieder aufgebaut, etwa durch Longieren oder leichtes Reiten.
Je geringer die Aktivität, desto weniger energiereiches Futter – insbesondere Getreide oder Kraftfutter – wird benötigt.
Raufutter bleibt die Basis
Raufutter wie Heu, Heulage oder Gras sollte immer den Hauptanteil der Fütterung ausmachen, auch in Ruhephasen. Es sorgt für eine gesunde Verdauung und Beschäftigung. Als Richtwert gilt: mindestens 1,5–2 kg Trockensubstanz Raufutter pro 100 kg Körpergewicht täglich.
Was Sie reduzieren sollten, ist das energiereiche Kraftfutter. Bei Pferden in kompletter Pause kann es oft ganz entfallen. Stattdessen empfiehlt sich ein hochwertiges Mineralfutter, um die Versorgung mit Vitaminen und Spurenelementen sicherzustellen.
Körperzustand regelmäßig kontrollieren
Wenn Sie die Fütterung umstellen, beobachten Sie den Ernährungszustand Ihres Pferdes genau. Sie sollten die Rippen fühlen, aber nicht sehen können. Der Hals sollte weich und ohne Fettkamm sein, die Kruppe nicht zu rund.
Ein Wiegeband hilft, Gewichtsschwankungen zu erkennen. Passen Sie die Futtermenge schrittweise an – eine Umstellung über ein bis zwei Wochen gibt dem Verdauungssystem Zeit, sich anzupassen.
Wasser, Salz und Beschäftigung nicht vergessen
Auch in Ruhephasen braucht das Pferd jederzeit Zugang zu frischem Wasser und einem Salzleckstein. Obwohl es weniger schwitzt, bleibt die Flüssigkeitszufuhr entscheidend für die Verdauung.
Achten Sie außerdem darauf, dass das Pferd über den Tag verteilt ausreichend zu kauen hat. Längere Fresszeiten beugen Magenproblemen und Langeweile vor. Heunetze mit kleinen Maschen oder mehrere Futterportionen über den Tag verteilt können dabei helfen.
Wenn das Training wieder beginnt
Sobald das Pferd wieder ins Training startet, sollte die Futtermenge schrittweise erhöht werden – parallel zur steigenden Belastung. Eine langsame Anpassung über zwei bis drei Wochen ermöglicht es dem Körper, sich sowohl muskulär als auch stoffwechseltechnisch umzustellen.
Erhöhen Sie die Energiezufuhr nur so weit, wie es der Trainingsumfang erfordert. So vermeiden Sie Verdauungsprobleme und unnötige Gewichtszunahme.
Eine Pause als Chance
Eine Trainingspause ist auch eine gute Gelegenheit, die gesamte Fütterung zu überdenken. Vielleicht braucht Ihr Pferd weniger Energie, als Sie bisher angenommen haben, oder es profitiert von einer anderen Raufutterqualität. Viele Pferde fühlen sich in ruhigeren Phasen wohler und ausgeglichener.
Indem Sie die Fütterung an das Aktivitätsniveau anpassen, unterstützen Sie die Gesundheit und das Wohlbefinden Ihres Pferdes – und sorgen dafür, dass es gestärkt und fit in die nächste Trainingsphase startet.













