Überhitzt oder unterkühlt? Lernen Sie, auf die Signale Ihres Körpers zu hören und richtig zu reagieren

Überhitzt oder unterkühlt? Lernen Sie, auf die Signale Ihres Körpers zu hören und richtig zu reagieren

Ob beim Wandern in den Alpen, beim Joggen im Stadtpark oder beim Arbeiten im Garten – unser Körper ist ständig wechselnden Temperaturen ausgesetzt. Die menschliche Thermoregulation ist ein kleines Wunderwerk, doch sie hat ihre Grenzen. Wer die Warnsignale von Überhitzung und Unterkühlung kennt und richtig reagiert, schützt nicht nur seine Gesundheit, sondern auch sein Wohlbefinden.
Das Gleichgewicht der Körpertemperatur – ein sensibles System
Der Körper hält seine Kerntemperatur normalerweise bei etwa 37 Grad Celsius. Wird es zu warm, schwitzen wir, um durch Verdunstung Wärme abzugeben. Wird es zu kalt, verengen sich die Blutgefäße, und wir beginnen zu zittern, um Wärme zu erzeugen. Gerät dieses Gleichgewicht aus der Balance, kann es gefährlich werden.
Überhitzung und Unterkühlung können jeden treffen – unabhängig von Alter oder Fitness. Entscheidend sind nicht nur die Außentemperaturen, sondern auch Kleidung, Flüssigkeitszufuhr und die Dauer der Belastung.
Überhitzung – wenn der Körper die Wärme nicht mehr loswird
Eine Überhitzung entsteht, wenn der Körper mehr Wärme produziert, als er abgeben kann. Das passiert häufig bei intensiver körperlicher Aktivität, hoher Luftfeuchtigkeit oder direkter Sonneneinstrahlung – besonders, wenn zu wenig getrunken wird.
Typische Symptome
- Kopfschmerzen und Schwindel
- Übelkeit oder Erbrechen
- Rote, heiße und trockene Haut
- Schneller Puls, Erschöpfung
- In schweren Fällen: Verwirrtheit oder Bewusstlosigkeit
So reagieren Sie richtig
- Suchen Sie Schatten oder einen kühlen Ort – entfernen Sie sich von der Hitzequelle.
- Kühlen Sie den Körper – mit feuchten Tüchern, Wasser oder einem Ventilator.
- Trinken Sie ausreichend – am besten Wasser oder Elektrolytgetränke, aber vermeiden Sie Alkohol und koffeinhaltige Getränke.
- Machen Sie Pause – setzen Sie die Aktivität erst fort, wenn Sie sich vollständig erholt haben.
Wenn die betroffene Person benommen ist, das Bewusstsein verliert oder nicht selbstständig trinken kann, muss sofort der Notruf (112) gewählt werden – es könnte sich um einen Hitzschlag handeln, der lebensbedrohlich ist.
Unterkühlung – wenn der Körper zu viel Wärme verliert
Unterkühlung, medizinisch Hypothermie, tritt auf, wenn der Körper mehr Wärme verliert, als er erzeugen kann. Das geschieht nicht nur bei Frost, sondern auch bei Wind, Regen oder längeren Aufenthalten in nasser Kleidung – etwa nach einem Bad im See oder einer Winterwanderung.
Typische Symptome
- Zittern und Taubheitsgefühl
- Blasse oder bläuliche Haut
- Langsame Sprache und Bewegungen
- Müdigkeit, Verwirrtheit
- In schweren Fällen: Bewusstlosigkeit
So reagieren Sie richtig
- Bringen Sie die Person in Sicherheit – in einen geschützten, windstillen oder beheizten Raum.
- Entfernen Sie nasse Kleidung und ersetzen Sie sie durch trockene, warme Kleidung oder Decken.
- Wärmen Sie den Körper langsam auf – zuerst Rumpf und Kopf, nicht Hände oder Füße.
- Geben Sie warme Getränke – aber keinen Alkohol, da er die Blutgefäße erweitert und den Wärmeverlust verstärkt.
Bei starker Unterkühlung ist ärztliche Hilfe unbedingt erforderlich. Eine schnelle und richtige Reaktion kann lebensrettend sein.
Richtig gekleidet bei jedem Wetter
Vorbeugung ist der beste Schutz. Die richtige Kleidung hilft, Temperaturschwankungen auszugleichen:
- Bei Hitze: Leichte, atmungsaktive Kleidung in hellen Farben, die Schweiß verdunsten lässt.
- Bei Kälte: Das Zwiebelprinzip – mehrere Schichten: ein feuchtigkeitsableitendes Unterhemd, ein wärmendes Zwischenlayer und eine wind- oder wasserdichte Außenschicht.
- Bei Bewegung: Starten Sie lieber etwas kühler angezogen – der Körper wärmt sich schnell auf.
Auf den Körper hören
Unser Körper sendet frühzeitig Signale, wenn etwas nicht stimmt. Plötzliche Müdigkeit, Schwindel, Gänsehaut oder Konzentrationsprobleme sind Warnzeichen. Wer rechtzeitig reagiert – eine Pause einlegt, trinkt oder Schutz sucht – kann Schlimmeres verhindern.
Auf die eigenen Körpersignale zu achten, bedeutet nicht nur Sicherheit, sondern auch Lebensqualität. Wer seine Grenzen kennt, kann jede Jahreszeit genießen – ob beim Sommerlauf in der Sonne oder beim Winterspaziergang im Schnee.













